Hintergrund

Wie sich die Friedelpraxis entwickelt hat

Die Anfänge der Friedelpraxis und ihrer Entwicklung – ein Rückblick im Dezember 2015

2009 schliesst sich eine Gruppe von neun Menschen unter dem Namen Wukosania zusammen, um auf dem Projektehof Wukania in Biesenthal ein nicht-kommerzielles, ganzheitliches Gesundheitszentrum zu etablieren. „Wir haben Visionen entworfen, diskutiert, uns über gesundheitspolitische Themen ausgetauscht, zwei Räume für Behandlungen und Beratungen eingerichtet….“ Wir, die Behandlerinnen der Friedelpraxis, sind ein Teil davon. Das Vorhaben Wukosania scheitert.

Ermutigt durch Menschen aus dem Kreis anderer nicht-kommerzieller Projekte suchen und finden wir im April 2012 geeignete Praxisräume in Berlin Neukölln und starten erneut, nun zu Zweit.

Praxisräume in Berlin Neukölln

Renovierung, Einrichtung, Einweihungsfest, viele Diskussionen, erste Entwürfe unserer Praxisidee, ihre Verbreitung – es gibt viel zu tun.

Gleichzeitig laufen die Behandlungen der Patient*innen aus unseren vorherigen Praxen, die pro Sitzung abgerechnet werden, weiter. Nun kommen Neue dazu – und all‘ die Aktivitäten rund um das nicht-kommerzielle Experiment ebenso.

Die unterstützende Begleitgruppe besteht zunächst aus zwei, heute besteht sie aus fünf Menschen.

Phase 1 – bis Sommer 2015

Die erste Phase des Projekts – bis Sommer 2015 – ist geprägt von starken Schwankungen: Zeiten mit positivem Feedback seitens der Patient*innen und des Umfeldes wechseln mit Zeiten der Entmutigung. Interne Spannungen bleiben nicht aus.

Zwar wirkt sich die Erweiterung der Begleitgruppe positiv aus, die Gesamtsituation aber bleibt letztlich unbefriedigend: Die ökonomische Basis ist wackelig (Mix aus Entgelt pro Behandlung, Beiträgen aus den nicht-kommerziellen Behandlungsvereinbarungen und Spenden); das Entkoppeln von Geben und Nehmen sowie das Spüren der Wertschätzung für unserer Arbeit im nicht-kommerziellen Rahmen sind herausfordernd.

Uns wird zunehmend klar: Die Umsetzung unserer Idee ins alltägliche Verhalten von Patient*innen und Behandlerinnen erfordert eine umfassende Kommunikationsarbeit, die nicht nebenbei, während der Behandlung oder per Newsletter geleistet werden kann.

Phase 2 – ab Winter 2015

Nach zahlreichen Diskussionen entscheiden wir, dass die Phase eins gescheitert ist. Es bedarf Veränderungen, wenn das Projekt weiter bestehen soll.

So kommt es zur Einrichtung eines monatlichen Infoabends, der vorwiegend von Menschen aus der Begleitgruppe gestaltet wird. Er gibt interessierten Patient*innen Gelegenheit, das Projekt in seiner politischen Dimension zu verstehen, verantwortlich mitzutragen und mitzugestalten.

Die ersten beiden Abende haben stattgefunden; Phase zwei hat begonnen.